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Rahmenbedingungen für eine bessere gleichberechtigte Teilhabe

Welche Rahmenbedingungen würden eine bessere gleichberechtigte Teilhabe in der Kinder- und Jugendhilfe ermöglichen?

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Weiterentwicklung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung

Haben Sie Vorschläge zur Weiterentwicklung insbesondere des Schutzes von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung durch

  1. Jugendämter
  2. Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe
  3. andere Einrichtungen/Agenturen des Bildungs-, Erziehungs-, Gesundheits- und/oder Sozialwesens?
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Bessere Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe

Haben Sie Vorschläge, wie die Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe (SGB XII, künftig SGB IX Teil 2) bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen besser gelingen kann?

Kommentare

Wie im BTHG vorgesehen, aber weithin nicht gelebt, sollten beide Bereiche den Hilfebedarf anhören, annehmen und das Case-Management übernehmen, den ggf. (mit-)zuständigen anderen Kostenträger mit ins Boot holen. Sachbearbeiter, die ihr eigenes Budget natürlich immer im Blick haben müssen, können nicht unabhängig beraten und erst recht nicht bei der Durchsetzung von Rechten gegen den eigenen Träger unterstützen!

Eine gesetzliche Zusammenlegung aller Leistungen für Kinder und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen im SGB VIII würde die Kooperation nachhaltig befördern und eine systemische Umsetzung ermöglichen. Kinder sind zunächst Kinder in ihrem Familiensystem - egal, ob mit (drohender) Behinderung oder nicht.

Für die Übergänge zur Eingliederungshilfe für über 18-jährige müssten klare "Übergaberegeln" für beide System gesetzlich verankert werden (z.B. Übergabe mind. 1/2 Jahr vor Volljährigkeit mittels einer gemeinsamen Hilfeplanung).

Und wenn die neue gemeinsame Verantwortung nicht über "das Jugendamt" sondern über sozialräumliche Jugendhilfe, auch da kann das Wächteramt und der gesetzliche Auftrag des ASD angesiedelt sein, geschieht, ist es fast geschafft.

Ich bin Pflegemutter von zwei Kindern mit Behinderungen. Seit die Behinderung festgestellt wurde, befinden wir uns in der Eingliederungshilfe. Um Leistungen zu erhalten, ist ein hoher bürokratischer Aufwand, ständiges Nachhaken und viel Durchsetzungskraft erforderlich. Eine Kooperation oder eine Übergabe mit der Jugendhilfe hat nie stattgefunden. Leistungen haben sich verschlechtert bzw. sind schwieriger zu erhalten. Das ist ungerecht und nicht im Geiste der Inklusion. Ich bin daher für eine gemeinsame Zuständigkeit der Jugendhilfe für ALLE Kinder, die Eltern behinderter Kinder sollten aber EINEN Ansprechpartner haben und nicht z.B. für den Schulassistent zur Eingliederungshilfe und für Erziehungshilfe zur Jugendhilfe gehen müssen. Sprich, wie eigentlich angekündigt, sollte die Hilfe "wie aus einer Hand" kommen, wer dann letztlich was zahlt, sollte nicht die Sorge der Eltern sein.

Ich bin als Pflegemutter von einer behinderten Pflegetochter auch sehr viel mit bürokratischem Aufwand beschäftigt, z.B. der erneuten Beantragung einer Schulbegleitung, deren Bewilligung sich mal wieder sehr dahinzieht. Die Eingliederungshilfe hat keine Ahnung von FAS (Fetalem Alkoholsyndrom) und es sollte daher selbstverständlich sein, dass Kinder mit einer solchen Behinerung langfristig (mindestens 3 - 5 Jahre) eine Schulbegleitung bekommen können. Wir haben ein halbes Jahr bekommen. Diese Behinderung: FAS sollte bei den Richtern als Bestandteil einer Schulung zum Familienrichter gelehrt werden, es macht keinen Sinn, dass eine Rückführung für ein Kind mit solcher Behinderung überhaupt in Frage gezogen wird, weil diese Kinder eine kontinuierliche und strukturierte Förderung in ihrem Alltag brauchen. Wir hängen jetzt seit 2 Jahren im Rückführungsverfahren und es ist immer noch nicht entschieden, wie es weiter geht, weil auf ein Gutachten gewartet wird, was nicht fertig wird.

Ein Kind mit Behinderung ist zuallererst ein Kind.
Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sollen die notwendigen Hilfen im Rahmen des SGB VIII erhalten.
Die Jugendämter brauchen das notwendige Wissen um die spezifischen Bedarfe der Kinder durch Fachkräfte, die bislang in der Eingliederungshilfe tätig sind. Wenn solche Fachkräfte den ASDs zugeordnet werden, kommen wir der Inklusion auf der administrativen Ebene näher.
Es werden differenzierte Hilfen notwendig sein.
Auf Anbieterseite gilt es ebenfalls, die Strukturen zu verändern. Die Hilfen für Kinder mit Behinderungen können mit den Hilfen zu Erziehung zusammen organisiert werden, auch wenn Differenzierungen gegeben sein werden.
Es gibt bereits Erfahrungen über enge Verzahnung der Hilfen und gemeinsame organisatorische Einheiten.
Es könnten Modellprojekte und Modellregionen mit in beiden Bereichen erfahrenden Akteuren zeitnah identifiziert werden.